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| Ruth-Schaumann-Schule Landesjugendspiele am 28.08.2008 in LebachDabei sein ist alles und macht Spaß Bei den 30.
Landesjugendspielen für Behinderte zählte vorrangig der olympische Gedanke.
Dabei sein ist alles, lautete das Motto für 1250 Kinder und Jugendliche aus 16
saarländischen Behindertenschulen. Von SZ-Mitarbeiter
Roland Schmidt
Lebach. Der wohl größte Traum im Leben eines
behinderten Sportlers ist der Start bei den Paralympics. Doch der Weg dorthin
ist weit. Dreht man in Lebach auf den mit Mädchen und Jungen bevölkerten
Sportanlagen seine Runden, wird klar: Man muss nicht unbedingt nach Peking
reisen, um junge Sportler mit körperlichen oder geistigen Behinderungen um
Weiten und Bestzeiten wetteifern zu sehen. Auch bei den 30. Landejugendspielen
der Behinderten zählt der olympische Gedanke. Ob beim
Weitsprung, beim Ballweitwurf oder bei den Sprints und Rollstuhl-Rennen - die
1250 Kinder und Jugendlichen aus 16 saarländischen Behindertenschulen sprühen
vor Ehrgeiz. Gökhan Pilan hat für seinen Start über die 1000 Meter wochenlang
trainiert. Mit seinem fünften Platz ist der 15-jährige Schüler der
AWO-Förderschule für geistige Entwicklung in Dillingen zufrieden, auch wenn er
zugibt, die Kräfte falsch eingeteilt zu haben. "Ich bin zu schnell
losgelaufen", pustet er nach dem Zieleinlauf. Tobias Rossport ist
Spezialist für kürzere Distanzen. Die 100-Meter-Strecke sprintet der 18-jährige
Schüler der Waldorfschule Saarwellingen in 14 Sekunden. Im Weitsprung erzielt
er 4,41 Meter. "Tolle Leistungen unseres Schulbesten", freut sich
Jutta Schlinker. Tobias' Klassenlehrerin ist eine Frau der ersten Stunde. Sie
war mit ihren Klassen schon am Start, als die Landesjugendspiele noch am
Saarbrücker Kieselhumes ausgetragen wurden. "Da war alles noch viel
überschaubarer. Das hat sich großartig entwickelt", schwärmt Schlinker. Verantwortlich
für die Organisation ist Friedel Scherer, der Vater der Spiele. Der
pensionierte Lehrer an der Blindenschule in Lebach erinnert sich noch gut an
den Moment, als er vor 30 Jahren im Kultusministerium nachfragte, was für den
Behindertensport gemacht werde. Die verlegene Antwort: Nichts. "Da hat man
mich gefragt, ob ich einen Vorschlag hätte. Meine Idee wurde umgesetzt",
sagt Scherer, von der Entwicklung selbst am meisten überrascht. Die
Durchführung einer Veranstaltung dieser Dimension sei nur dank der vielen
Helfer möglich, betont Scherer. Seine Rolle als "Orga-Chef" wird er
an Stefan Schweig, Lehrer an der Gehörlosenschule in Lebach, weitergeben. An
Unterstützung wird es dem Nachfolger nicht mangeln. Angehörige der Bundeswehr,
der Polizeischule des Saarlandes, des saarländischen Behindertensportverbandes
und des Stadtverbandes der Sport treibenden Vereine sind hier als Zeitnehmer,
Starter und Kampfrichter im Einsatz. Ehrenamtliche Helfer und Schüler der
Fachschule für Sozialpädagogik in Neunkirchen, des Johannes-Kepler-Gymnasiums,
der Nikolaus-Groß-Schule und des Geschwister-Scholl-Gymnasiums betreuen die
jungen Athleten als Riegenführer. Der Spaß
steht auf der Spielwiese im Stadion im Mittelpunkt. Kinder mit schwererer
Behinderung finden hier ein abwechslungsreiches Alternativangebot. Kletterwand
und Hüpfburg, Pendelball-Kegeln und Zielwerfen sind der Renner. Und vielleicht
wird für einige der Traum von den Paralympics eines Tages wahr. Wie für Laura
Darimont, deren Talent in Lebach entdeckt wurde. In Peking wird die 17-jährige
Saarwellingerin ab dem 6. September über 100 und 200 Meter um Medaillen laufen.
Weitwurf einmal anders - für jedes Kind war in Lebach was dabei. Quelle: Saarbrücker Zeitung |